Die Unternehmensgeschichte 1841-1948

1841 Der Anfang
Julius Beltz (1819-1892) gründet im thüringischen Langensalza, nahe Erfurt, eine Buchdruckerei. Die seit 1848 herausgegebene liberale Zeitung "Freiheit" wird nach einem Jahr von der Zensur verboten.
1868 erfolgt die Übernahme des Verlages Adolph Büchting in Nordhausen und die »Einrichtung des Verlagsgeschäftes Julius Beltz« für Lehrbücher mit regionaler Verbreitung.
1892 Der Firmengründer Julius Beltz stirbt ein Jahr nach seinem Sohn Paul. Das Unternehmen bleibt trotzdem im Familienbesitz, die Leitung liegt jetzt bei der Witwe Helene Beltz.

1908 Beltz wird pädagogischer Verlag
Der Enkel des Gründers, Julius Beltz (1880-1965) übernimmt 1903 die Firma. Mit der Übernahme der Zeitschrift "Die Volksschule" wird ab 1908, parallel zur Druckerei, der Verlag zum Schulbuch- und Zeitschriftenverlag ausgebaut. Julius Beltz firmiert inzwischen als "Pädagogischer Verlag und Hofbuchdrucker".
In den 1930er Jahren befindet sich das Unternehmen mit 300 Mitarbeiter auf einem Höhepunkt.
Das Verlagsprogramm umfasst 16 Zeitschriften und mehrere tausend Buchtitel.
Der "Nohl/Pallat", ein fünfbändiges Handbuch der Pädagogik, erscheint und wird zum Standardwerk der Pädagogik.
Sein Sohn Wilhelm Beltz tritt 1932 als Gesellschafter in die Firma ein.

Handsetzerei.
Buchbinderei.
Buchdruckmaschinen 1929.

1933
Vom August 2017 bis März 2018 untersuchte die Forschungsstelle NS-Pädagogik der Goethe-Universität in Frankfurt die mehr als 1600 Veröffentlichungen, die bei Beltz während der Jahre 1933 bis 1945 erschienen sind. Gut 11 % der Publikationen beinhalten nationalsozialistische und antisemitische Propaganda, wie sie während dieser Jahre in den Schulen gelehrt und verbreitet wurde. Der Beltz Verlag hat sich systemkonform mit dem NS-Staat arrangiert.

Die Broschüre zum Forschungsbericht können Sie auf dieser Seite unten herunterladen.

1945 Nach dem 2. Weltkrieg
Ein großer Teil der Druckerei wird von der sowjetischen Militäradministration als Reparationen requiriert. »Auch der Verlag lag im Wesentlichen still«, beschrieb Wilhelm Beltz drei Jahre später die Lage in Bad Langensalza.

 
Die Gründerfamilie 1860.
Julius Beltz 1930.
Monotype-Maschinensatz in Langensalza (etwa 1930).